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Monteverdi-LogoMonteverdi High Speed 375 L (1968)

Comm. 353

Mitte 1968 wollte Monteverdi die ursprünglich mit Frua vereinbarte Produktion von 50 Einheiten auf 100 verdoppeln (Gloor & Wagner 1980). Da Frua aber auch die Karosserie für den AC 428 in seiner Turiner Werkstatt fertigte und Streiks auch die italienischen Karosseriebauer trafen, konnte Frua die geforderten Einheiten in Handarbeit nicht liefern. Hierzu wäre die Ausweitung der Kapazität gemeinsam mit einem Karosseriewerk (wie z.B. mit Maggiora für Glas und Maserati geschehen) erforderlich gewesen. Die zur Erstellung der Presswerkzeuge aufzuwendenen Kosten scheute Peter Monteverdi jedoch. Er fand dagegen in der Carrozzeria Fissore in Savigliano bei Turin eine Karosseriewerkstatt, die die geplanten Produktionszahlen mit handgefertigten Blechen gewährleisten konnte. Da Monteverdi die branchenüblichen Lizenzzahlungen für das Design an Frua verweigerte, strengte Frua ein Gerichtsverfahren an. Das Gericht entschied zu Gunsten Pietro Fruas und die Nutzungsrechte für das Design der 375 L- und 375 S-Entwürfe blieben bei Frua. Schließlich stand bereits im Prospekt des Monteverdi 375 S: „Die Formgebung und Karosserie stammt vom bekannten Carosserie-Couturier Pietro Frua aus Turin.“ (Lichtenstein 2001)

Anfang 1969 wurde schließlich bei Fissore die Serienfertigung des Monteverdi 375 L mit einem von Peter Monteverdi entworfenen neuen Karosseriedesign aufgenommen. Bis zum Produktionsende 1972 wurden laut inoffizieller Monteverdi-Produktionsstatistik 53 Monteverdi 375 L verkauft.

Pietro Frua verwendete das Design seines Monteverdi 375 für das 2+2-sitzige AC 429 Coupé (1969) ein zweites Mal unter Verwendung des in seinem Besitz verbliebenen Monteverdi Chassis # 2002.

Noch 27 Jahre später ärgert sich Peter Monteverdi über Pietro Frua. So schreibt er am 17.5.1996 auf die Einladung zum 1. Internationalen Pietro Frua-Treffen in Bad König: „Sie müssen verstehen, dass ich kein Interesse habe in irgend einer Form etwas für den Namen FRUA oder die Person FRUA zu machen. Meine Geschäftsbeziehungen waren mit Frua mehr als schlecht, auch konnte das Haus MONTEVERDI in keiner Weise mit Frua zusammenarbeiten, sicher bin ich nicht der einzige, der gegen die Geschäfts Art von Frua war und ist. Aus diesem Grunde verstehen Sie sicher, dass ich Ihnen eine Absage erteilen muss.“

# 2001 (1968)

2/1968 zweiseitigen Prospektblatt mit Ankündigung der Vorstellung beim Genfer Salon und der Lieferung ab Oktober 1968

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14.3.1968 Ankündigung in der Automobilrevue (Stoop 1968)

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14.–24.3.1968 Ausstellung auf dem Monteverdi-Stand beim 38. Internationalen Automobilsalon in Genf (CH) gemeinsam mit dem ebenfalls von Frua gebauten 2-sitzigen Coupé Monteverdi High Speed 375 S (# 1001)
Farbe: Blau metallic; innen: Veloursledersitze und -bodenbeläge, Klimaanlage

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4/1968 Fertigstellung

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5/1968 1. Preis in der Kategorie zweisitzige Coupés über 40.000 DM beim Concours d´Elegance des Automobilclub von Deutschland (AvD) in Wiesbaden mit höchster Punktezahl aller teilnehmenden Fahrzeuge

6/1968 Zulassung auf 1. Besitzer Monteverdi AG, Binningen (CH) mit dem Kennzeichen BL 69

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20.7.1968 2. Besitzer Alfred Hopf, Binningen
„Fahrzeug sehr zuverlässig und komfortabel. Allerdings Überhitzung bei Vollgasfahrten. Anfänglich Klimaanlage undicht.“ (Alfred Hopf, mündliche Mitteilung 7.11.2003)

9/1968 Änderungen: seitliche Motorraumentlüftungen an Kotflügeln, Talbotaußenspiegel an linkem Kotflügel, 8-Speichen-Magnesiumgussräder mit Zentralverschluss (Minilite), hellbraune Glattlederpolster

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3.–13.10.1968 Ausstellung auf dem Frua-Stand beim 55. Salon de l´Automobile in Paris (F)

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1/1969 Bericht in Road & Track (Wagner 1969a) [die Fotos entstanden vor den Modifikationen im September 1968]

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3. Besitzer J. Svoboda (Sekretär von Gunther Sachs), Jonschwil (CH)
Das Fahrzeug wurde von Gunther Sachs gefahren
197x Unfallschaden
Karosseriereparatur durch Gino Zoggia (Carrosserie Wenger), Basel (CH), inklusive Anfertigung neuer Seitenscheiben

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Matrize für rechte
Seitenscheibe

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Matrize für linke
Seitenscheibe

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4. Besitzer Peter Monteverdi (Monteverdi AG), Binningen (CH)
1985 Ausstellung in der Monteverdi Car Collection in Binningen (CH)

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1991 Fotos Andreas Schey, Düsseldorf

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4.7.1998 5. Besitzer Paul Berger(Monteverdi Car Collection), Marrakech (Marokko)
Ausstellung in der Monteverdi Car Collection in Binningen (CH)
29.3.2003 km 62.455 Fotos Stefan Dierkes, Karlsruhe

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(Quellen: Gloor & Wagner 1980, inoffizielle Monteverdi-Produktionliste [Stand 9.4.2000], eigene Recherchen sowie die im Text angegebenen)

# 2002 (1969)

Das von Monteverdi gelieferte zweite Chassis verblieb nach den gerichtlichen Auseinandersetzungen mit Peter Monteverdi im Besitz von Pietro Frua. Er baute daraus mit geringfügigen Karosseriemodifikationen das AC 429 Coupé (1969).

Technische Daten

Basisfahrzeug

Monteverdi 375 L (Chassis)

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Motor

vornliegender wassergekühlter  8-Zylinder-V-Motor (Chrysler), ein Fallstrom-Vierfachvergaser (Carter)

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Bohrung x Hub

109,72 x 95,25 mm, Kompressionsverhältnis 10,1:1

Hubraum

7.206 cm3

Leistung

375 DIN-PS (380 SAE-PS) bei 4.600 U/min

max. Drehmoment

66,4 mkg bei 3.200 U/min

Leistungsgewicht

4,8 kg/PS

Kraftübertragung

3-Gang-Automatikgetriebe (Chrysler Torqueflight Eight), Hinterradantrieb, Sperrdifferential (Salisbury)

Vorderachse

Einzelradaufhängung mit Schraubenfedern und Querstabilisator, verstellbare Teleskopstoßdämpfer (Koni); Zahnstangenlenkung (ZF) mit Servounterstützung

Hinterachse

De Dion-Achse mit Längs- und Querlenkern, Wattgestänge und verstellbaren Teleskopstoßdämpfer (Koni)

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Bremsen

Zweikreis-Vierrad-Scheibenbremsen (Girling), doppelter Vakuumbremskraftverstärker, hintere Bremsscheiben innenliegend mit Sperrdifferential verblockt

Karosserie

Vierkantkastenrohrrahmen

Länge x Breite x Höhe

4.790 x 1.796 x 1.270 mm (Radstand 2.660 mm)

Leergewicht

1.815 kg

Höchstgeschwindigkeit

250 km/h, Beschleunigung 0–100 km/h: 6 Sekunden

Verbrauch

16–20 Liter Super pro 100 km

Bauzeit

1968

Stückzahl

1

Preis

63.500 CHF (Stoop 1968)

14.800 $ (bei Serienfertigung geplanter Grundpreis)

 

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