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Pietro Frua (1965)

Pietro Frua (1913–1983)

Pietro Frua war einer der großen freischaffenden Karosseriedesigner der „Scuola Italiana“, die Anfang der 50er-Jahre die nach ihr benannte „Italienische Linie“ (Davis 1954) schuf. Das britische Wochenblatt Picture Post (Robertson 1956) zählte ihn zu den “Fashion Kings of the Car World”. Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ (1963) nannte ihn in einem Atemzug mit den bedeutendsten Carrozzieri Anfang der 60-er Jahre: Nuccio Bertone, die Carrozzeria Ghia, Giovanni Michelotti, Giovanni Battista Pininfarina, Alfredo Vignale und Ugo Zagato. Auch Rino Sanders (1968) schrieb in der Wochenzeitung „Die Zeit“:

„In kaum glaublichem Maß bestimmt Turin, was in der internationalen Kraftfahrwelt modern sei. Pininfarina, Bertone, Ghia, Frua, Vignale – das sind Namen, bekannt wie Dior, Cardin, Chanel, Courrèges.“

Pietro Frua wurde am 2. Mai 1913 geboren. Seine berufliche Karriere begann nach seiner Ausbildung zum technischen Zeichner in der Fiat-Berufsschule im Alter von 17 Jahren als Hilfszeichner bei Stabilimenti Farina, den damals führenden Turiner Karosseriewerken. Bereits im Alter von 22 Jahren wurde er 1935 zum Chefzeichner befördert. 1941 machte er sich schließlich selbstständig. (mehr über Frua´s Vita ...)

Frua entwarf und baute mehr als 230 Karosserieschöpfungen als Einzelanfertigungen, Prototypen, Klein- und Großserienfahrzeuge auf der Mechanik nahezu aller großer Automobilhersteller Europas. Dazu gehörten A.C., Alfa Romeo, BMW, Borgward, Chevrolet, Citroën, D.B./Panhard, Fiat, Ford, Glas, Jaguar, Lancia, Maserati, M.G., Monteverdi, Lamborghini, Opel, OSCA, Peugeot, Pontiac, Renault, Rolls Royce, Studebaker, Volkswagen und Volvo. Seine Projekte entstanden als Ausdruck seines persönlichen guten Geschmacks und seiner Erfahrung. Frua hat in vier Jahrzehnten (1935–1979) sein Design dem Zeitgeschmack, der technischen Entwicklung und den Wünschen seiner Kunden angepasst. Einflüsse von Kollegen auf Frua und vice versa sind nachweisbar, und er hat oft Design-Elemente und eigene Entwürfe wiederverwendet. Die ihm von anderen Autoren (Rosani 1968, Martinengo 1983, Terasa 1984b) zugeschriebene „Frua-Linie“ gibt es jedoch, außer bei zeitlich enger Betrachtung, nicht (mehr über zeitgenössische Einflüsse auf das Karosseriedesign von Pietro Frua ...).

Ein vollständiges Werkverzeichnis der Fahrzeuge Pietro Fruas findet sich an anderer Stelle auf dieser Website.

Mit dem Tod Pietro Fruas wenige Wochen nach seinem 70. Geburtstag am 28. Juni 1983 hat die Welt einen der vielleicht „letzten Romantiker unter den italienischen Karossiers“ (Stoop 1987e) verloren, der seine Wagen in seinem kleinen Studio noch selbst am Reißbrett mit dem Zeichenstift entwarf und anschließend als bis ins letzte Detail fahrfertige Prototypen auf die Räder stellte. Seine Beiträge zum Automobildesign waren bedeutend, aber er bekam dafür nie die öffentliche Anerkennung, die er verdient hätte. Seine stille und bescheidene Art mag dazu beigetragen haben. Die „Creazioni Pietro Frua“ bezeugen das Lebenswerk eines Designers, dessen außergewöhnliche Automobile in lebendiger Erinnerung bleiben sollen.

Von Pietro Frua entworfene Serienfahrzeuge

Die (in Bezug auf die gebauten Stückzahlen) erfolgreichsten Frua-Kreationen markieren 1958–1967 den Höhepunkt von Pietro Fruas Karriere:

Jahr

Fahrzeug

Abb.

 

Produktion der Serienkarosserien

Stückzahl ▼

1958–1968

Renault Floride + Caravelle 

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Société des Usines Chausson, Gennevilliers (F)

117.113

1963–1968

Glas 1700 Limousine 
BMW 1600 GL, 1800/2000 SA 
BMW 1804/2004 SA 

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Glas, Dingolfing (D)
CKD-Montage: Praetor Monteerders, Rosslyn (SA)
CKD-Montage: BMW South Africa, Rosslyn (SA)

13.789
  8.982
  2.233

1963–1974

Glas 1300/1700 GT Coupé + Cabriolet

BMW 1600 GT Coupé + Cabriolet

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Blechteile: L.I.T.L.A., Moncalieri/TO (I)
Karosseriezusammenbau: Maggiora, Moncalieri/TO(I)
Endmontage: Glas bzw. BMW, Dingolfing

5.010 + 368

1.256 + 1

1963–1969

Maserati Mistral Coupé + Spider 

Karosserie: Maggiora, Moncalieri/TO (I)
Karosseriefinish: Officine Padane, Modena

828 + 120

1963–1969

Maserati Quattroporte I 

 

Karosserie: Maggiora, Moncalieri/TO (I)
Montage: Vignale, Turin (I)

776

1965–1968

Glas 2600 V8 
BMW Glas 3000 V8 

 

Maggiora, Moncalieri/TO (I)

300
418

1976–1983

Maserati Kyalami 

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Maggiora, Moncalieri/TO(I)
+ Embo, Caramagna Piemonte/CN (I)

200

1970–1975

Ligier JS 2

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83?

1965–1973

AC 428 Spider + Fastbackcoupé

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Karosserie: Maggiora, Moncalieri/TO (I)
Lackierung und Endmontage: AC Cars, Thames Ditton (GB)

29 + 50

1952–1953

D.B. Panhard Coupé

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DB, Champigny (F)

53?

1958–1959

Lloyd Alexander Coupé

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Karosseriebleche: Ghia S.A., Aigle (CH)
Montage: Lloyd, Bremen (D)

49

1950–1952
 

1953–1957
 

1956–1957

Maserati A6G 2000 Spider + Coupé (1. Serie)

Maserati A6GCS/53 Spider +
A6G/54 Coupé (2. Serie)

Maserati A6G/54 Spider + Coupé
(3. Serie)

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Carrozzeria Pietro Frua, Turin (I)

1. Serie: 5 + 1
 

2. Serie: 3 + 4
 

3. Serie: 10 + 2

Summe: 25

1952–1954

Nardi Peugeot Dubois 203 Coupé

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Carrozzeria Pietro Frua, Turin (I)?

7–17?

1967–1971

Monteverdi High Speed 375 S

(Comm. 348)

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Studio Tecnico Pietro Frua, Moncalieri/TO (I)

10

Das 1957 von Pele Petterson im Studio Pietro Frua entworfene Volvo P 1800 Coupé wurde (inkl. P 1800 ES) insgesamt 47.485 mal gebaut.